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Familiennachzug

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland stellt Ehe und Familie unter einen besonderen Schutz. Daher besteht für Ehegatten beziehungsweise eingetragene Lebenspartnerinnen oder Lebenspartner, Elternteile von Minderjährigen sowie für minderjährige, ledige Kinder die Möglichkeit, zu ihren Angehörigen nach Deutschland zu ziehen. Sonstige Familienangehörige (Geschwister, Großeltern, Tanten und Onkel) können nur in sehr seltenen Härtefällen nachziehen.

Familiennachzug ist ein sehr komplexes Thema. Je nach Konstellationen gelten andere Regeln. Viele Voraussetzungen müssen beachtet werden. Deswegen ist es zu empfehlen, sich gut beraten zu lassen. Dies geht zum Beispiel bei Migrationsberatungsstellen. Eine Übersicht dazu findet sich hier.

Kommen die nachziehenden Familienangehörigen aus Ländern mit Visumspflicht für längere Aufenthalte, muss vor der Einreise ein „nationales Visum für längerfristigen Aufenthalt zum Zweck des Familiennachzugs“ beantragt werden. Der Antrag muss bei der für das Herkunftsland zuständigen Deutschen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) persönlich gestellt werden. Die Bearbeitungszeit ist sehr unterschiedlich. Sie liegt häufig bei mehreren Monaten. Informationen zur Visabeantragung sowie Antragsformulare finden sich auf den Seiten des Auswärtigen Amts.

Grundsätzlich gilt für den Familiennachzug: Die in Deutschland lebende Person muss einen gesicherten Aufenthaltsstatus haben (oder deutsche Staatsbürgerin oder deutscher Staatsbürger sein), für die Nachziehenden muss ausreichend Wohnraum zur Verfügung stehen, der Lebensunterhalt muss für alle gesichert sein und die volljährigen Nachziehenden (sowie in den meisten Fällen auch Kinder, die das 16. Lebensjahr bereits vollendet haben) müssen Deutschkenntnisse nachweisen. Die Voraussetzungen und Bedingungen können entfallen bzw. unterscheiden sich, je nachdem zu wem der Familiennachzug stattfinden soll:

1.    Nachzug zu einer deutschen Staatsbürgerin oder einem deutschen Staatsbürger
Bei einem Nachzug zu Deutschen ist die Sicherung des Lebensunterhalts oder ausreichender Wohnraum grundsätzlich nicht notwendig. Bei Ehegatten müssen jedoch in der Regel einfache Deutschkenntnisse vorhanden sein. Nach drei Jahren können die Nachgezogenen ein eigenständiges und dauerhaftes Aufenthaltsrecht erhalten. Ausführliche Informationen finden sich auf der Internetseite des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Als spezielle Interessensvertretung arbeitet der bundesweite „Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e. V.“.

2.    Nachzug zu einer Unionsbürgerin oder einem Unionsbürger
Bei einem Nachzug zu einer Unionsbürgerin oder einem Unionsbürger mit Freizügigkeitsrecht benötigt die nachziehende Person, die nicht Unionsbürgerin oder Unionsbürger ist, kein Visum sondern lediglich eine Aufenthaltskarte. Deutschkenntnisse sind nicht erforderlich. Auch Kinder oder Enkel bis 21 Jahre können in der Regel nachziehen. Kinder und Enkel über 21 Jahre sowie Eltern und Großeltern können bei vorhandener Unterhaltssicherung nachziehen. Nach fünf Jahren können die Nachgezogenen ein eigenständiges und dauerhaftes Aufenthaltsrecht erhalten. Ausführliche Informationen finden sich auf der Internetseite des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

3.    Nachzug zu einer oder einem Drittstaatsangehörigen
Bei einem Nachzug zu einer oder einem Drittstaatsangehörigen müssen in der Regel alle oben genannten Voraussetzungen (gesicherter Aufenthaltsstatus, Lebensunterhaltssicherung, ausreichender Wohnraum sowie grundlegende Deutschkenntnisse) erfüllt sein. Bei den Deutschkenntnissen gibt es jedoch zahlreiche Ausnahmen, die auf der Internetseite der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration zu finden sind. Der Nachzug von Kindern über 16 ist mit besonderen Bedingungen verbunden. Familienangehörige können nach einer gewissen Zeit ein eigenständiges Aufenthaltsrecht für ein Jahr erhalten, ohne dass der Lebensunterhalt gesichert sein muss. Dies kommt beispielweise zum Tragen, wenn durch Tod oder Scheidung die Ehe oder Familie nicht mehr besteht. Nach dem ersten Jahr ist die weitere Verlängerung des Aufenthaltsrechts von der Sicherung des Lebensunterhalts abhängig. Generelle Informationen finden sich auf der Internetseite des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

Für Geflüchtete gelten beim Familiennachzug besondere Regeln. Diese finden sich hier.

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