Zur Hauptnavigation . Zum Seiteninhalt

Gesellschaftliche Teilhabe

Eine offene Gesellschaft gibt gesellschaftlicher Vielfalt sowie unterschiedlichen Interessen und Lebensstilen Raum. Sie zeichnet sich durch eine Haltung aus, die Andersartigkeit und Veränderungen annehmen kann – sei es auf der individuellen Ebene oder von Strukturen und Prozessen. Dies gilt ebenso, wenn kulturelle Vielfalt zunimmt.

Für eine gelingende Integration müssen Migrantinnen und Migranten die Möglichkeit haben, an sozialen, gesellschaftlichen, beruflichen, kulturellen und politischen Gestaltungsprozessen mitzuwirken.

Sprach- und Integrationsmittlung

Viele Zugewanderte sehen sich gerade am Anfang ihres Aufenthalts sprach- und kulturbedingten Verständigungsbarrieren ausgesetzt. Dies erschwert ihre Integration in die verschiedenen Gesellschaftsbereiche und schränkt ihre Teilhabechancen beispielsweise im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsystem erheblich ein.

Um beispielsweise bei Behörden, Beratungsstellen oder im Krankenhaus die Verständigung zu gewährleisten bietet der Freistaat als erstes und bislang einziges Bundesland allen wesentlichen Einrichtungen die Nutzung einer telefonie- und videobasierten Dolmetscherflatrate an. Darüber kann innerhalb von kürzester Zeit in über 30 Sprachen das Gespräch durch einen über Internet oder telefonisch zugeschalteten Dolmetschdienst simultan übersetzt werden.

Je nach Gesprächssituation kann die Anwesenheit einer Übersetzerin oder eines Übersetzers, der vor Ort nicht nur rein sprachlich sondern auch kultursensibel vermittelt, unabdingbar sein. Dafür stehen in Thüringen seit einigen Jahren Sprach- und Integrationsmittlerinnen und -mittler zur Verfügung.

Die Übersicht „Sprache muss keine Barriere sein“ zu Übersetzenden und Dolmetschenden, die in Thüringen aktiv sind, stellt die Thüringer Staatskanzlei zur Verfügung. Das Goethe Institut bietet auf dem Internetportal „Mein Weg nach Deutschland“ Informationen zur deutschen Sprache und Kultur.

Bürgerschaftliches Engagement

So vielfältig, wie das freiwillige Engagement selbst, sind auch die Bezeichnungen dieser Tätigkeiten: Ehrenamt, Freiwilligendienst oder bürgerschaftliches Engagement sind oft genannte Begriffe. Diese Arbeit erfolgt aus freien Stücken, oft unbezahlt und gemeinwohlorientiert. Sie findet häufig in Anbindung an, Begleitung von und Ergänzung zu professionellen Strukturen statt.

Weitere Informationen sowie Akteurinnen und Akteure sind im Themenbereich Ehrenamt zu finden.

Religion

Als Staat ist der Freistaat Thüringen in religiöser und weltanschaulicher Hinsicht neutral.

In Bindung an das Grundgesetz (Artikel 1 Absatz 2 Grundgesetz) und die Landesverfassung gewährleistet die Landesregierung die Freiheit des Glaubens, die Freiheit des religiösen Bekenntnisses sowie die ungestörte Religionsausübung und wahrt die paritätische Gleichbehandlung von Religionsgemeinschaften. Religionsfreiheit umfasst dabei auch die Freiheit, eine Religionszugehörigkeit zu wechseln oder keine Religion auszuüben. Die Religionsfreiheit findet ihre Grenzen, wenn gegen das deutsche Rechtssystem verstoßen wird oder gleichwertige Rechtsgüter entgegenstehen (z. B. Menschen- und Persönlichkeitsrechte).

Die religiöse Vielfalt in Thüringen nimmt sowohl im Allgemeinen als auch innerhalb der einzelnen Religionsgemeinschaften zu, nicht zuletzt auch auf Grund der Zuwanderung. Alle Religionsgemeinschaften sind selbstverständlicher Teil der Zivilgesellschaft.

Sport

Sport verbindet unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen aller Altersklassen miteinander. Sportliche Leistungen werden gemeinsam erbracht, Erfolge oder Niederlagen zusammen erlebt. Aus dem Thüringer Breiten- und Leistungssport sind Menschen mit Migrationshintergrund nicht wegzudenken. Unter dem Dach des Landessportbundes Thüringen (LSB) sind über 3.400 gemeinnützige Sportvereine Anlaufstelle für all diejenigen, die sportlich aktiv sein möchten. Bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund kommt dem vom LSB verantworteten Bundesprogramm „Integration durch Sport“ große Bedeutung zu. Die Teilnahme an sportlichen Aktivitäten bringt Menschen unabhängig ihrer Sprachkenntnisse aufgrund gemeinsamer Interessen und Ziele zusammen. Kontakte und Freundschaften bilden die Grundlage für die Integration in das gesamte gesellschaftliche Leben.

Kunst & Kultur

Kunst und Kultur leben schon immer von der internationalen Dimension. Als Ausdrucksform verbindet und kommunizier Kunst – oft auch unabhängig von Sprache. Welchen Gewinn ein gesellschaftliches Miteinander birgt, wird daher in diesem Bereich besonders veranschaulicht. Der interkulturelle Austausch trägt entscheidend dazu bei, Zugänge und Verständnis füreinander zu erhöhen.

Die Kunst und Kulturlandschaft in Thüringen bietet viele unterschiedliche Eindrücke kultureller Vielfalt und gelebten interkulturellen Miteinanders. Hier zeigen sich viele Möglichkeiten, um gemeinsam kreativ zu werden und neue Wege zu gehen. Die Landesregierung fördert die kulturelle Vielfalt der Kunst und würdigt sie als vorbildlich dafür, wie bereichernd das Miteinander unterschiedlicher Kulturen für die Gesellschaft ist.

Fördermöglichkeiten kultureller Projekte bietet die Thüringer Staatskanzlei.

Politisches Engagement

Das politische Mitbestimmungsrecht nicht deutscher Zugewanderter ist eingeschränkt: Sie dürfen bei Bundestags- und Landtagswahlen nicht wählen. Bei Kommunalwahlen dürfen neben deutschen Staatsangehörigen nur weitere EU-Bürgerinnen und –Bürger ihre Stimme abgeben.

In einigen Gemeinden bzw. Landkreisen bieten Integrations-, Migrations- und Ausländerbeiräte Menschen mit Migrationshintergrund Möglichkeiten der politischen Beteiligung. Gleichzeitig stehen die Beiräte als Interessensvertretung in den Städten oder Kommunen zur Verfügung.

In Thüringen setzen sich zudem zahlreiche Migrantinnen- und Migrantenorganisationen (MO) tagtäglich für kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt ein. Ihre Aktivitäten reichen von der Organisation von Kulturveranstaltungen über das Angebot von Sprachkursen bis hin zu Veranstaltungen und Workshops für Kinder und Jugendliche. Ehrenamtlich tätige Migrantinnen und Migranten in Vereinen, Netzwerken und Initiativen übernehmen eine entscheidende Brückenfunktion. Sie kennen die Bedürfnisse ihrer Mitglieder und bieten der Vielfalt an Kulturen, Sprachen und Religionen Orte und Möglichkeiten sich einzubringen und zu entfalten.

Seit seiner Gründung im Mai 2015 engagiert sich das Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen in Thüringen – MigraNetz Thüringen für die Förderung kultureller Vielfalt. Migranetz besteht derzeit aus 27 Mitgliederorganisationen und hat sich zum Ziel gesetzt, das Engagement von Zugewanderten an der Gestaltung der Migrations-, Entwicklungs- und Integrationspolitik in Thüringen sichtbar zu machen und zu stärken. Das Landesnetzwerk bietet Qualifizierungsangebote in den Bereichen Vereins- und Projektmanagement, Öffentlichkeitsarbeit sowie Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten.

In der Broschüre „Migrantinnen- und Migrantenorganisationen in Thüringen – Brücken des Zusammenlebens“ stellt das Büro der BIMF die verschiedenen Organisationen in Thüringen vor. Darüber hinaus werden Landesnetzwerke, Dachverbände sowie Integrations-, Migrations- und Ausländerbeiräte als weitere wichtige Akteure für migrantisches Engagement aufgeführt. Die Broschüre lädt ein, sich zu vernetzen, hilft bei der Suche nach Ansprechpersonen und gibt Tipps für die Arbeit von Migrantinnen- und Migrantenorganisationen.

 

Der Freistaat Thüringen in den sozialen Netzwerken: