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Sprache

Deutsch lernen

Kommunizieren zu können ist Grundvoraussetzung für das menschliche Miteinander und damit Schlüssel zur Integration. Defizite insbesondere in der sprachlichen Verständigung beschränken den Zugang zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe. Die Landesregierung wirkt daher darauf hin, dass jedem in Thüringen lebenden Menschen die Möglichkeit eröffnet wird, die deutsche Sprache zu lernen beziehungsweise soweit zu fördern, wie es für die Verständigung sowie Ausbildungs- und Berufsplanung erforderlich ist. Neben dem Kursangebot stellt die soziale Anbindung eine wichtige Unterstützung beim Deutschlernen dar. Hier spielt auch das ehrenamtliche Engagement eine wichtige Rolle.

Übersichten zu Sprachkursangeboten und Sprachfördermaßnahmen für Zugewanderte stellt die „AG-Sprache“ des Landesintegrationsbeirates bereit. Informationen zu Deutsch als Zweitsprache gibt es vom IQ-Netzwerk Thüringen sowie durch die Broschüre "Deutsch als Zweitsprache: Zertifikate im Überblick" des LIB.

Sprach- und Integrationskurse

Der Großteil der Sprachvermittlung erfolgt in Integrationskursen (in der Zuständigkeit des BMI und durchgeführt vom BAMF). Hier werden allgemeine Sprachkenntnisse bis zum Niveau B1 sowie Kenntnisse der Rechtsordnung, Kultur und der Geschichte Deutschlands vermittelt. Voraussetzung für die Teilnahme an Integrationskursen sind nach § 44 AufenthG ein dauerhafter Aufenthalt im Bundesgebiet und eine Aufenthaltserlaubnis. Die Kurse sind darüber hinaus nur für Asylsuchende mit sogenannter guter Bleibeperspektive (Eritrea, Syrien und Somalia) sowie für bestimmte Gruppen Geduldeter geöffnet. Asylsuchende aus anderen Ländern und die meisten Geduldeten haben grundsätzlich keinen Zugang zu den Integrationskursen. Die Kursorte finden sich im BAMF-NavI.

Die Landesregierung hat diese Förderlücke mit dem Sprachförderprogramm „Start Deutsch“ geschlossen. Dieses Programm bietet all jenen Deutschkurse an, die keinen Zugang zu Integrationskursen haben und der Schulpflicht nicht mehr unterliegen - unabhängig von Aufenthaltsstatus und Herkunftsland. Ziel ist es, den Teilnehmenden den Anschluss an weitere Bildungsangebote zu ermöglichen. Über diese informiert das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Berufsbezogene Sprachkurse

Die berufsbezogene Sprachförderung verbindet Sprachunterricht mit Elementen der beruflichen Orientierung und Weiterbildung. Zielrichtung ist eine dauerhafte Integration in den ersten Arbeitsmarkt durch aufeinander abgestimmte und aufbauende Sprachförderung von A1 bis C2 einschließlich der Alphabetisierungskurse. Die Zugangsberechtigung zu diesen Sprachkursen auf Basis der Verordnung über die berufsbezogene Deutschsprachförderung (DeuFöV) umfasst an sich nur die Personengruppen, die derzeit auch für Integrationskurse zugelassen werden können.

Weiterführende Informationen

Informationen zu den Integrationskursen gibt das BAMF.

Herkunftssprachlicher Unterricht

Die Herkunftssprache ist in der Regel die erste Sprache, mit der ein Mensch in frühster Kindheit vertraut wird. Sie gehört zu seinen sprachlichen aber auch kulturellen Wurzeln und prägt seine Identität. Diese Herkunftssprache neben Deutsch in der Kindheit und Jugend zu fördern, dient einerseits der fundamentalen Entwicklung sprachenübergreifender Kompetenzen, die auch zum umfangreichen Erlernen der Zweit- und Bildungssprache Deutsch sowie weiterer Fremdsprachen unerlässlich sind. Darüber hinaus wird dadurch ihre sprachabhängige Identitätskonstruktion in ihrem interkulturellen Lebenskontext unterstützt.  Viele Zuwanderungsgruppen legen daher Wert darauf, ihre Kinder beim Erlernen und Pflegen der Herkunftssprache zu unterstützen und organisieren entsprechende Angebote.

Mit dem Projekt „Mehrsprachigkeit ist klasse! Förderung von Herkunftssprachen in Thüringen“ hat die Kindersprachbrücke Jena e.V. die Umsetzung eines neuen Thüringer Landesprogrammes gestartet. Ziel ist es, landesweit Schülerinnen und Schülern zwischen 6 und 21 Jahren, deren Familien nicht nur Deutsch als Muttersprache sprechen, in ihrer Herkunftssprache zu fördern. Vereinzelt und lokal gibt es hierfür bereits wertvolle, meist ehrenamtliche, Angebote. In ihrem Projekt will die Kindersprachbrücke diese integrieren, professionalisieren und unterstützen. Dazu - und um einen Überblick über die bestehenden herkunftssprachlichen Angebote zu erhalten - bittet die Kindersprachbrücke, um Kontaktaufnahme.

 

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