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Bildung

Jeder Mensch in Thüringen hat ein Recht auf Erziehung und Bildung. Außerhalb der Familien sind Kindertageseinrichtungen, Schulen, Berufs- und Hochschulen sowie Einrichtungen der Erwachsenenbildung und der Kinder- und Jugendhilfe die wesentlichen Erziehungs- und Bildungsorte.

Frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung

Die Kindertageseinrichtung stellt nach der Familie den ersten gesellschaftlichen Ort dar, in dem das Miteinander unterschiedlich geprägter Menschen gelebt wird und kann damit den Grundstein einer gesellschaftlichen Integration bilden.

Ab Vollendung des ersten Lebensjahrs besteht für ein Kind der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung oder in der Kindertagespflege, sofern es beziehungsweise seine Eltern eine Aufenthaltserlaubnis bzw. Duldung haben. Bei migrationsbedingtem Sprachförderbedarf hat die alltagsintegrierte Sprachförderung in der Kindertageseinrichtung Vorrang vor anderen möglichen Fördermaßnahmen. Sie werden im Bedarfsfall durch Fachkräfte anderer Dienste zusätzlich erbracht.

  • Weitere Informationen zur frühkindlichen Bildung finden sich im FAQ-Bereich des TMBJS
  • Mehrsprachige Informationen zu Thüringer Schulsystem finden sich in dieser Broschüre

Schulischer Bereich

Die Vollzeitschulpflicht in Thüringen beträgt insgesamt zehn Jahre. Für aus dem Ausland zugezogene Kinder und Jugendliche beginnt die Schulpflicht drei Monate nach Zuzug. Nach der Grundschulzeit erfolgt das abschlussbezogene Lernen in weiterführenden Schulen (Gemeinschafts-, Gesamt-, Förder-, Regelschulen und Gymnasien). In Thüringen gibt es außerdem Spezialgymnasien und Spezialklassen mit vertiefter mathematisch-naturwissenschaftlicher, musikalischer, sportlicher oder sprachlicher Ausrichtung, für die vor Ort Internate zur Verfügung stehen. Nach der Schulpflicht ist der weitere Bildungsweg abhängig vom Leistungsabschluss.

  • Weitere Informationen zum Schulwesen finden sich auf der Homepage des TMBJS

Nachholen von Bildung und Anerkennung von Schulabschlüssen

Menschen aus anderen Ländern bringen teilweise vollständige Schulabschlüsse aus ihren Herkunftsländern mit. Über das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport kann geprüft werden, ob diese Abschlüsse einem Thüringer Schulabschluss gleichwertig sind. Die Anerkennung ist oftmals Voraussetzung für eine Berufsausbildung, Weiterbildung oder für ein Hochschulstudium. Jugendlichen ohne nachweislichen Schulabschluss stehen folgende Möglichkeiten zum Nachholen von Bildung offen: allgemein bildende Schulen (bis ca. 18 Jahre), Berufsvorbereitungsjahr Sprache (BVJS), Berufsvorbereitungsjahr (BVJ), Start Bildung, Start Deutsch, Einstiegsqualifizierung, Schulische Berufsausbildung (siehe unten), duale Berufsausbildung (siehe Berufsausbildende Schulen). Diese sind jeweils an bestimmte Voraussetzungen gebunden.

Berufsausbildende Schulen

Das Berufsinformationszentrum (BiZ) der Agentur für Arbeit informiert über Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten.

Unter Nachweis bestimmter Voraussetzungen können Auszubildende während der Berufsausbildung an einer Fachschule, Berufsfachschule oder dem Berufskolleg sowie im berufsvorbereitenden Jahr (BVJ und BVJ-S) eine finanzielle Unterstützung durch den Staat erhalten. Diese Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) oder eine Förderung nach dem Berufsausbildungsförderungsgesetz (BAföG) müssen beantragt werden.

Duale Berufsausbildung

Die berufsbildenden Schulen in Thüringen eröffnen zahlreiche unterschiedliche Bildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten. Im System der dualen Berufsbildung (BIBB) wird hier das theoretische Wissen vermittelt. Für die Aneignung von praktischen Fähigkeiten sorgt größtenteils der Ausbildungsbetrieb.

Schulische Berufsausbildung

Neben der dualen Berufsausbildung gibt es die schulische Berufsausbildung. Bei einer schulischen Berufsausbildung lernen die Auszubildenden die meiste Zeit an einer Berufsfachschule. Ergänzt wird diese Schulzeit durch Praktika in Unternehmen.

Schulische Berufsausbildungen gibt es vor allem in Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufen, aber auch in anderen Bereichen. Sie dauert 1 bis 3 Jahre. Wie die duale Berufsausbildung, endet die schulische Berufsausbildung mit einer Abschlussprüfung.

Anerkennung von Berufsabschlüssen

Eine staatliche Anerkennung von Abschlüssen ist in Deutschland nur für reglementierte Berufe erforderlich. Dies sind vor allem Berufe im Gesundheitsbereich (z.B. Ärzte/Ärztinnen, Krankenschwestern/Krankenpfleger), im sozialen oder pädagogischen Bereich (z.B. Lehrer/Lehrerinnen) sowie teilweise im Handwerk. Wer als qualifizierte Fachkraft in diesen Bereichen arbeiten möchte, muss die Anerkennung seines ausländischen Abschlusses beantragen. Die „Informations- und Beratungsstellen Anerkennung Thüringen“ (IBAT) des Landesnetzwerks IQ Thüringen bieten dazu kostenlos Beratung.

Studieren in Thüringen

Für eine akademische Ausbildung an einer Hochschule (Fach- Kunst- Musikhochschule, Berufsakademie, Duales Studium) oder Universität wird ein Nachweis über die Hochschulreife benötigt. Bürgerinnen und Bürger aus der EU und Ausländerinnen und Ausländer, die eine deutsche Hochschulzugangsberechtigung erworben haben, können sich mit ihrem Abschluss direkt an einer Hochschule ihrer Wahl bewerben. Andere ausländische Studieninteressierte können über das Staatliche Studienkolleg an der Hochschule Nordhausen eine sprachliche und fachliche Vorbereitung auf eine Feststellungsprüfung (Hochschulreife) belegen, um so den Hochschulzugang zu erreichen. Fragen zur Aufnahme eines Studiums beantworten die Studienberatungsstellen und Internationalen Büros (Akademischen Auslandsämter) der Hochschulen. Einen Überblick darüber, welche Hochschule welchen Studiengang anbietet, bietet Campus Thüringen.

Die Bewerbung für örtlich zulassungsbeschränkte Studiengänge erfolgt direkt bei der Hochschule und/oder über www.hochschulstart.de, teilweise auch über www.uni-assist.de.

An einigen Thüringer Hochschulen besteht auch für Geflüchtete die Möglichkeit, sich als Gasthörende einzuschreiben. Hierzu und beispielsweise auch zu Finanzierungsmöglichkeiten und anderen sozialen und wirtschaftlichen Belangen bietet das Studierendenwerk Thüringen Information und Beratung. Die Broschüre „Gemeinsam studieren in Thüringen" beantwortet in mehreren Sprachen weitere Fragen zu Voraussetzungen und Möglichkeiten des Studiums. Eine Handreichung zum Aufenthalts- und Sozialrecht für internationale Studierende bietet das Deutsche Studentenwerk.

Erwachsenenbildung

Erwachsene können bei den Volkshochschulen oder den freien Trägern der Erwachsenenbildung Bildungsangebote wahrnehmen. Es gibt zum Beispiel Alphabetisierungskurse, Deutschkurse für Anfänger und Fortgeschrittene, Integrationskurse (Sprach- und Orientierungskurs), berufsbezogene Deutschförderung (DeuFöV-Kurse) sowie Kurse zum Nachholen von Schulbildung (Start Bildung) und Schulabschlüssen (sogenannte Abendschule). Für Jugendliche gibt es zudem Sprachkurse zur Vorbereitung auf die Berufsschule.

Über das Thüringenkolleg Weimar und das Ilmenaukolleg haben Erwachsene ab 19 Jahren die Möglichkeit, auf dem zweiten Bildungsweg die allgemeine Hochschulreife zu erwerben. Für den Zugang zum Kolleg sind der Realschulabschluss sowie eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine dreijährige Berufserfahrung erforderlich. Außerdem muss eine Eignungsprüfung abgelegt werden.

  • Weitere Informationen zur Erwachsenbildung in Thüringen stellt das TMBJS zusammen.

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