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Asylantragstellende

Alle Menschen haben das Recht, in Deutschland einen Antrag auf Asyl zu stellen.

Nach dem Dublin III-Abkommen der Europäischen Union ist in der Regel jedoch der Mitgliedstaat für das Asylverfahren zuständig, über den die EU betreten wurde. Sind Personen, die in Deutschland Asyl beantragen, zuvor in anderen EU-Ländern registriert worden, wird demnach ein Dublin-Verfahren eingeleitet. 

Im Asylverfahren wird darüber entschieden, ob und welcher Schutzstatus zuerkannt wird. Die Entscheidung über einen Asylantrag trifft in Deutschland die zuständige Regionalstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Dies kann je nach Sachlage zwischen wenigen Wochen und mehreren Monaten dauern. Für die Dauer des Asylverfahrens wird eine Aufenthaltsgestattung erteilt (siehe Aufenthaltstitel).

Der Antrag auf Asyl muss persönlich beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gestellt werden. In Thüringen sind die Außenstellen des BAMF in der Landeserstaufnahme Suhl sowie in Jena/Hermsdorf für die Asylantragstellung zuständig. Der Termin zur Anhörung wird den Antragstellenden schriftlich mitgeteilt. Im Asylverfahren prüft das BAMF, ob die Zuerkennung eines internationalen Schutzes – der Flüchtlingseigenschaft, die Anerkennung als Asylberechtigte oder Asylberechtigter oder subsidiärer Schutz – erteilt wird. Hilfsweise wird geprüft, ob nationale Abschiebeverbote bestehen.

Für die Bearbeitung ihres Asylantrags werden die Geflüchteten in einem persönlichen Gespräch von einem Mitarbeitenden des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge befragt. Bei dieser Anhörung müssen die Antragstellenden schildern, wie und warum sie verfolgt werden. Im Regelfall sind sie verpflichtet, individuell nachweisen, dass ihre Furcht vor Verfolgung aufgrund von Rasse, Religion, Nationalität, politischer Überzeugung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe begründet ist. Auf der Grundlage ihrer Aussagen dazu wird entschieden, ob die geflüchteten Personen Asyl erhalten beziehungsweise welchen Schutzstatus sie bekommen. Es ist daher äußerst wichtig, dass sich die Asylantragstellenden gut auf die Anhörung beim BAMF vorbereiten.

Asylantragstellende haben ein Recht darauf, in ihrer Muttersprache angehört zu werden. Dafür muss seitens des BAMF eine Dolmetscherin oder ein Dolmetscher gestellt werden. Zudem können sie von einem Beistand, einer Vertrauensperson, von einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt begleitet werden.

Die aktuellen Aufenthaltspapiere haben die Asylsuchenden immer bei sich zu tragen. Andernfalls drohen Strafanzeige und Geldstrafe. Bei einer Adressänderung müssen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und die zuständige Ausländerbehörde sofort informiert werden. Alle Antragstellenden haben das Recht, von allen eingereichten Dokumenten eine Kopie zu erhalten.

Beratungsstellen

In der Landeserstaufnahmeeinrichtung in Suhl berät die Asylverfahrensberatung der Diakonie Ostthüringen.

Mehrsprachige Vorbereitungsmaterialien

Weiterführende Informationen

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