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Aktiv werden

Die Möglichkeiten aktiv zu werden sind ebenso vielseitig, wie die Menschen für die man sich ehrenamtlich engagiert. Jede und jeder kann etwas für andere und mit anderen tun.

Ehrenamtliches und freiwilliges Engagement bereitet nicht nur Freude und Zufriedenheit. Sich zu engagieren bietet bereichernde Begegnungen, interessante Erfahrungen und Chancen, Neues zu entdecken. Gemeinsam mit anderen können wir wachsen.

Im Alltag lassen sich zahlreiche Anlässe und Möglichkeiten finden, um aktiv zu werden. Diese Seite bietet einen Einstieg und erste Orientierung für das eigene freiwillige Engagement.

Möglichkeiten, sich zu engagieren

Der Bedarf an ehrenamtlich Aktiven ist groß, erfreulicherweise ebenso die Bereitschaft vieler Menschen, sich zu engagieren. Jede dritte Person in Deutschland setzt sich ehrenamtlich für andere oder einen guten Zweck ein (Freiwilligensurvey 2014). Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig. Die konkrete Tätigkeit und der zeitliche Umfang lassen sich daher nach den eigenen Interessen und Wünschen wählen.

Der Integrationsbereich bietet ein breites Spektrum verschiedener Aufgabenfelder, die sich unter anderem nach Zielgruppen unterscheiden.

Neu ankommende Zugewanderte haben zum Beispiel andere Bedürfnisse als schon länger hier lebende Migrantinnen und Migranten. Asylsuchende und Geflüchtete benötigen eine andere Orientierung und Begleitung als Menschen, die gezielt zum Arbeiten oder Studieren nach Thüringen kommen.

Freiwillige können zum Beispiel neu Zugewanderte bei der ersten Orientierung und Eingewöhnung in der neuen Umgebung und in einem anderen System unterstützen.

Auch nach dem ersten Ankommen bieten sich zahlreiche Aufgabenfelder, um langfristig die Integration zu begleiten. Freiwillige helfen beim Deutschlernen, übernehmen Patenschaften. Sie können auch dabei unterstützen, eine Wohnung, eine Ausbildung oder Arbeit zu finden und vieles mehr.
Ehrenamtliche initiieren Begegnungen und Kontakte. Gemeinsame Freizeitaktivitäten oder Projekte ermöglichen das gegenseitige Kennenlernen von Mensch zu Mensch. Das hilft, Vorurteile abzubauen.  

Besondere Bedeutung hatte in den letzten Jahren auch die Geflüchtetenarbeit. Die Hilfe von Ehrenamtlichen bei der Erstversorgung von ankommenden Geflüchteten erhielt große Aufmerksamkeit. Freiwillige sprangen flexibel überall dort ein, wo Hilfe gebraucht wurde, sie unterstützten sprachlich, organisierten Sachspenden oder andere hilfreiche Dinge für den Alltag. Als langfristige Aufgaben begleiten sie beispielsweise zu Beratungsstellen, Behördengängen oder Arztbesuchen.

Und ganz wichtig: Ehrenamtliche spenden Zeit, hören zu und beantworten Fragen. Integration und die Chance auf aktive Teilhabe werden durch ihre Unterstützung vor Ort gefördert.

Ein Engagement finden

Ideen und Möglichkeiten, sich freiwillig zu engagieren, ergeben sich oft durch den eigenen Freundes- und Bekanntenkreis, im Kollegium oder der Nachbarschaft. Private Kontakte können eine gute Quelle sein, um Anschluss an Gleichgesinnte und einen Einstieg für das eigene Engagement zu finden.
Gemeinschaftlich macht freiwillige Arbeit nicht nur mehr Spaß. Das Engagement lässt sich auch leichter in den Alltag einbinden, wenn bestehende Netzwerke im eigenen Lebensumfeld genutzt werden.

Erfahrene Ansprechpersonen gibt es in den regionalen Freiwilligenagenturen und bei den kommunalen Ehrenamtsbeauftragten. Sie kennen sich vor Ort aus und können Kontakte zu Trägerorganisationen, Helferkreisen oder ehrenamtlichen Projekten vermitteln. Darüber hinaus informieren und beraten sie zum freiwilligen Engagement.  

Wer sich für Integration und Geflüchtete einsetzen möchte, kann sich auch an die kommunalen Integrationsmanagerinnen und -manager oder Integrationsbeauftragten wenden.

Von der Idee zum Engagement

Der Wunsch, sich freiwillig für Integration und gutes Miteinander einzusetzen entsteht oft durch konkrete Anlässe und Begegnungen. Das können zum Beispiel die Begegnung mit einer geflüchteten Familie, ein Kontakt mit anderen Engagierten und Organisationen oder auch eine aufrüttelnde Nachricht sein. Die Motivationen und Möglichkeiten sich zu engagieren, sind vielfältig. Letztlich kommt es darauf an, was jede und jeder Einzelne tun möchte und anbieten kann.   

Für ehrenamtlich Aktive ist es hilfreich, eine möglichst konkrete Aufgabe und einen klaren Rahmen für das eigene Engagement zu haben. Je konkreter die Tätigkeitsfelder definiert sind, desto geringer ist die Gefahr von Enttäuschungen oder auch Überforderung. Die Klarheit über die eigene Rolle trägt dazu bei, ein gesundes Maß von Nähe und Distanz zu finden und zu wahren.

Erste Orientierung

Wer sich freiwillig engagieren möchte, sollte versuchen, eine möglichst genaue Vorstellung des Engagements zu entwickeln. Zur Orientierung kann es hilfreich sein, sich zunächst folgende Fragen zu stellen:

     ~ Was motiviert mich für das Engagement?
     ~ Für wen und wofür möchte ich mich einsetzen?
     ~ Welche Ziele möchte ich durch das Engagement erreichen?
     ~ Wie viel Zeit kann und möchte ich dafür nutzen?
     + Wie lange möchte ich mich engagieren?
     + Wo liegen meine Interessen und Kenntnisse?
     + Wo liegen meine körperlichen und emotionalen Grenzen?

Schon die Zeitfrage kann beeinflussen, welches Engagement besser geeignet ist. Eine Patenschaft für jemanden zu übernehmen oder beim Deutsch Lernen zu unterstützen erfordern regelmäßigen Einsatz über einen längeren Zeitraum hinweg. Kontinuität ist die Grundlage für eine Vielzahl von Ehrenämtern. In anderen Bereichen ist es auch möglich, sich temporär oder spontan zu engagieren, beispielsweise beim Spenden sammeln oder durch Mithelfen und Mitwirken bei Veranstaltungen.

Der kurze Online-Check "Welcher Engagement-Typ bist du?” kann dabei helfen, herauszufinden, welches Engagement das passende ist. Auch ein Selbsttest der Caritas erfragt Motivationen für das Engagement und unterscheidet verschiedene Engagement-Typen.

Persönliche Voraussetzungen

Die ehrenamtliche Unterstützung im Integrationsbereich ist je nach Tätigkeit oder Aufgabe mit unterschiedlichen Anforderungen verbunden. Daher ist es wichtig, sich die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen bewusst zu machen. Diese persönlichen Voraussetzungen sollten Ehrenamtliche im Integrationsbereich mitbringen:

  • Offenheit gegenüber anderen Lebensweisen und Gepflogenheiten
  • Verständnis für Menschen, die ihr vertrautes Umfeld verlassen haben bzw. als Geflüchtete gezwungenermaßen verlassen mussten: sie haben viel aufgegeben; zugleich haben sie unglaublich viel geleistet und Stärke bewiesen
  • Hilfsbereitschaft
  • Fähigkeit, die Entscheidungen der Menschen zu akzeptieren, für die man sich engagiert
  • Teamgeist – in der Regel sind Ehrenamtliche in Gruppen aktiv oder in Teams eingebunden
  • viel Geduld! – denn nicht alles geht sofort

Weitere Voraussetzungen

Wer sich für Minderjährige engagieren möchte, braucht zudem ein erweitertes Führungszeugnis. Das Führungszeugnis kann persönlich bei der örtlichen Meldebehörde oder über das Online-Portal des Bundesamts für Justiz beantragt werden. Für den Antrag ist der schriftliche Nachweis von der Einsatzstelle notwendig, dass ein erweitertes Führungszeugnis für das Ehrenamt benötigt wird. Ehrenamtliche sind von der Gebühr für das Führungszeugnis befreit, wenn die ehrenamtliche Tätigkeit für eine gemeinnützige Einrichtung, für eine Behörde oder im Rahmen eines Freiwilligendienstes ausgeübt wird und das Führungszeugnis erforderlich ist. Weitere Informationen bietet ein Merkblatt zur Erhebung von Gebühren für das Führungszeugnis. Abhängig vom Tätigkeitsbereich verlangen manche Organisationen auch eine Verschwiegenheitserklärung.

Ehrenamt und freiwilliges Engagement

Was bedeuten „Ehrenamt“ und „freiwilliges Engagement“?

Der Begriff „Ehrenamt“ steht traditionell für ein unbezahltes, öffentliches Amt (zum Beispiel als Mitglied in einem Beirat oder als Schöffe bei Gericht). Die Formen und Möglichkeiten, sich zu engagieren haben sich aber stark gewandelt.

In der Alltagssprache tauchen daher heute verschiedene Bezeichnungen auf: Ehrenamt, freiwilliges oder bürgerschaftliches Engagement. Sie alle beschreiben eine freiwillige und unbezahlte Tätigkeit, bei der es darum geht, etwas für andere und mit anderen zu tun.

Worin sich die Begriffe Ehrenamt und Engagement im Detail unterscheiden erklärt der Wegweiser Bürgergesellschaft.

Allgemein kann ehrenamtliches Engagement durch fünf Merkmale beschrieben werden (vgl. Freiwilligensurvey 2014, S. 34): Es wird freiwillig, ohne Bezahlung und gemeinschaftlich mit anderen ausgeübt. Es dient dem Wohl anderer und die Arbeit findet im öffentlichen Raum statt.

Das freiwillige Engagement schließt auch individuellere Formen des Engagements ein. Zum Beispiel, wenn sich jemand als Einzelperson für andere engagiert.

Für Engagierte ist der Einsatz für andere Menschen und eine gute Sache meist am wichtigsten. Wie das eigene Engagement offiziell heißt, macht für die Arbeit an sich keinen Unterschied.
In manchen Situationen ist es aber wichtig, zwischen verschiedenen Formen des Engagements zu differenzieren. Entscheidend ist dies beispielsweise beim Versicherungsschutz.

Ehrenamt

Das Ehrenamtshandbuch "Aktiv für Geflüchtete" (2017) gibt Tipps und Hinweise zum ehrenamtlichen Engagement.

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