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Migrantinnen- und Migrantenorganisationen

Demokratie lebt von Menschen, die mitgestalten und Verantwortung übernehmen. Gesellschaftliche Teilhabe für Migrantinnen und Migranten ist dann gewährleistet, wenn auch sie die Möglichkeit haben, aktiv mitzuwirken und ihre Ideen und Interessen einzubringen. Migrantinnen und Migrantenorganisationen (MO) können eine wichtige Plattform dafür bieten. Sie kennen die Bedürfnisse und Interessen ihrer Mitglieder und sind oft die erste Anlaufstelle für Neuzugewanderte. Damit sind sie auch wichtige Ansprechpartnerinnen und -partner für Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung.

Video: Politische Partizipation von Migrantinnen und Migranten in Thüringen.

Interessenvertretung

Es gibt bislang keine allgemeingültige Definition dessen, was unter Migrantinnen- und Migrantenorganisationen (MO) verstanden wird. Hier sind mit MO solche Initiativen, Vereine oder Verbände gemeint, deren Mitglieder sowie Vorstand zu einem überwiegenden Teil Migrantinnen und Migranten sind. Manche der Organisationen bezeichnen sich daher auch als Migrantenselbstorganisation (abgekürzt oft MSO).

MO sind Orte, in denen sich Menschen aufgrund von gemeinsamen Interessen und Wertvorstellungen in Organisationen zusammenschließen. Sie verfolgen dementsprechend ganz unterschiedliche Ziele und Zwecke. Viele verstehen sich als Kulturvereine, einige stellen die Religion in den Vordergrund während andere soziale, gesellschaftliche oder politische Ziele verfolgen.

Häufig leiten sich die Aktivitäten und Handlungsfelder von MO von den Interessen oder der Lebenssituation von Migrantinnen und Migranten ab. Viele von ihnen setzen sich daher auch für die Integration und Teilhabe von Zugewanderten und Geflüchteten ein. Ihr Wirkungsfeld reicht aber weit über migrationsspezifische Themen hinaus in die ganze Gesellschaft.

Migrantinnen- und Migrantenorganisationen…

  • wirken als Orte gegenseitiger Beratung und Unterstützung.
  • bilden häufig eine Brücke zur Heimat.
  • unterstützen den Zugang zur multikulturellen Aufnahmegesellschaft.
  • kennen die Themen und Herausforderungen, die ihre Mitglieder bewegen.
  • können die Wünsche und Interessen von Migrantinnen und Migranten bündeln, öffentlich artikulieren und vertreten.
  • sind dynamische Sprachrohre zwischen Zugewanderten und Einheimischen.
  • setzen sich für soziale und politische Interessen von Menschen in Thüringen ein.

Viele Migrantinnen- und Migrantenorganisationen sind lokal oder regional aktiv. Darüber hinaus gibt es auch überregionale Organisationen, Dachverbände oder Netzwerke. Überregional aktiv ist unter anderem der Dachverband der Migrantenorganisationen in Ostdeutschland (DaMOst). Bundesweite Netzwerke sind zum Beispiel die Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen, der neue deutsche organisationen e. V. oder das Bundeselternnetzwerk der Migrantenorganisationen für Bildung & Teilhabe (bbt).

Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e. V. (NeMO) sind 20 herkunftsübergreifende, lokale Verbünde mit mehr als 700 Migrant*innenorganisationen zusammengeschlossen. Die Arbeit des Verbandes zielt darauf ab, lokale Verbünde zu stärken, migrantische Perspektiven auf Bundesebene in Debatten und Entscheidungsgremien einzubringen sowie Ansprechpartner für Politik und Zivilgesellschaft zu sein.

Migrantinnen- und Migrantenorganisationen in Thüringen

Das Engagement von Migrantinnen und Migranten in Thüringen ist vielfältig und wächst. Im Freistaat gibt es mehr als 40 Migrantinnen- und Migrantenorganisationen.
In den vergangenen Jahren sind viele neue Initiativen, Netzwerke und Vereine hinzugekommen. Sie arbeiten überwiegend ehrenamtlich und sind in zahlreichen Themenfeldern aktiv.

Viele Migrantinnen- und Migrantenorganisationen in Thüringen sind lokal als Initiative oder Verein organisiert. Die meisten Organisationen befinden sich in den Städten Erfurt, Jena, Gera und Weimar. In den Städten leben auch die meisten Zugewanderten. Zugleich sind viele der Organisationen in ganz Thüringen aktiv.

In der Broschüre „Migrantinnen- und Migrantenorganisationen in Thüringen“ stellt das Büro der Thüringer Beauftragten für Integration, Migration und Flüchtlinge die verschiedenen Organisationen in Thüringen vor. Darüber hinaus werden Landesnetzwerke, Dachverbände sowie Integrations-, Migrations- und Ausländerbeiräte als weitere wichtige Akteurinnen und Akteure für migrantisches Engagement aufgeführt. Die Broschüre lädt ein, sich zu vernetzen, hilft bei der Suche nach Ansprechpersonen und gibt Tipps für die Arbeit von Migrantinnen- und Migrantenorganisationen.

Landesnetzwerke und Dachverbände

Die einzelnen Gruppen, Initiativen oder lokalen Netzwerke von Migrantinnen und Migranten stehen nicht für sich allein. Zusammenschlüsse in überregionalen Netzwerken und Mitgliedschaften in Dachorganisationen unterstützen den Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen.

MigraNetz Thüringen e. V.
Das Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen in Thüringen hat sich zum Ziel gesetzt, das Engagement von Zugewanderten an der Gestaltung der Migrations-, Entwicklungs- und Integrationspolitik in Thüringen sichtbar zu machen und zu stärken. Netzwerktreffen fördern die Zusammenarbeit der Migrantinnen- und Migrantenorganisationen, Flüchtlingsinitiativen und freien sozialen Träger. MigraNetz gründete sich 2015 und besteht derzeit aus 28 Mitgliedsorganisationen.

Neben MigraNetz e. V. sind in Thüringen der Dachverband der Migrantinnenorganisationen DaMigra e. V. sowie das Landesnetzwerk des African Network of Germany e. V. (Tang) aktiv.

Dachverband DaMOst
Der Dachverband der Migrantenorganisationen in Ostdeutschland ist ein Zusammenschluss der fünf ostdeutschen Landesverbände der Migrantinnen- und Migrantenorganisationen. DaMOst bündelt die gemeinsamen Interessen der MO in Ostdeutschland und vertritt sie auf Bundesebene.

Integrations-, Migrations- und Ausländerbeiräte

In Thüringen gibt es in acht Städten beziehungsweise Kreisen sogenannte Integrations-, Migrations- oder Ausländerbeiräte. Sie stellen ein wichtiges Bindeglied dar zwischen Migrantinnen und Migranten und den regionalen politischen Institutionen. Oftmals sind diese Beiräte die einzige Möglichkeit zur direkten Teilhabe oder Einflussnahme an politischen Prozessen.

Gibt es in einer Stadt oder in einem Landkreis noch keinen Integrations-, Migrations- oder Ausländerbeirat, kann die Gründung eines Beirates in der Kommune angeregt werden.

Die Beiräte sind regional sehr unterschiedlich organisiert. In manchen Beiräten werden die Mitglieder durch eine Wahl bestimmt, in anderen werden sie vorgeschlagen oder können sich bewerben. Die Beiräte sowie ihre Beiratsmitglieder sind ehrenamtlich tätig.

Die Broschüre „Migrantinnen- und Migrantenorganisationen in Thüringen“ (2019/2020) stellt Organisationen vor und gibt einen Einblick in das migrantische Engagement in Thüringen.

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