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Ehrenamtliche Begleitung, professionelle Beratung

Jede und jeder kann sich für die Integration von Migrantinnen und Migranten einsetzen. In vielen Bereichen des Alltags braucht es dafür keine spezifischen Vorkenntnisse oder Fähigkeiten. Ein offenes Ohr für andere und ihre Bedürfnisse zu haben sind die wichtigsten Grundlagen für ehrenamtlich engagierte Begleitung im Alltag.

Ehrenamtlich Aktive können dabei vieles leisten. Je nachdem, welche fachlichen Kompetenzen vorhanden sind, können sie auch in inhaltlich spezifischeren Fragen unterstützen.
Bei Fachthemen sollten sich Ehrenamtliche aber die Grenzen ihres Engagements unbedingt bewusstmachen. Wie das Sprichwort sagt: „Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.“ Besonders außerhalb von Alltagsfragen ist professionelle Beratung durch Fachleute sinnvoll und unerlässlich. Unabhängige Beratungsstellen haben viel Erfahrung mit Bedarfen, Möglichkeiten und Hindernissen in ihrem Themenfeld. Die fachkundige Beratung kann so helfen, Unsicherheiten, inhaltliche Gefahren oder Zeitverluste zu vermeiden.

Eine regelmäßig aktualisierte Übersicht professioneller Beratungsstellen für Migrantinnen und Migranten sowie Geflüchtete gibt es unter Akteure.

Zahlreiche Tipps für die ehrenamtliche Begleitung von Geflüchteten gibt auch das Handbuch „Aktiv für Geflüchtete“ (pdf).

Einen umfassenden Informationsservice für gute Beratung und Begleitung in der Thüringer Flüchtlingsarbeit bietet der Flüchtlingsrat Thüringen e. V. (für Hauptamtliche, Personen mit Multiplikationsfunktion und Interessierte).

Thematische Übersicht: Informationsquellen und Anlaufstellen

Unter Umständen werden Ehrenamtliche mit Themen und Fragen kontaktiert, die sie selbst nicht beantworten können. Dann ist es gar nicht so leicht, die richtige Antwort zu finden oder an eine geeignete Beratungsstelle zu verweisen. Manchmal ist es dafür nötig, sich selbst zunächst eine Übersicht zum Thema zu verschaffen.

Umfangreiche Informationen zu den Bereichen Integration, Migration und Flucht sind auf der Internetseite der Beauftragten zu finden.

Nachfolgend sind professionelle Anlaufstellen sowie Informationsquellen für Ehrenamtliche zu einigen Themen zusammengetragen.

  • Hinter vielen Fragen im Bereich Migration und Integration stecken komplizierte rechtliche Zusammenhänge. Zum Beispiel, wenn es um unterschiedliche Rechte und Pflichten von Zugewanderten aus Europäischen Ländern und Menschen aus Drittstaaten geht. Auch bei Fragen zu Asyl und Aufenthaltsstatus, zur Arbeitsaufnahme oder Bleibeperspektive ist fachkundiges Wissen notwendig. Hier ist professionelle Unterstützung dringend erforderlich.

    Mit rechtlichen Fragen können sich Ratsuchende und Ehrenamtliche allgemein an die Migrationsdienste und -beratungsstellen wenden.

    Bei asyl- und sozialrechtlichen Fragen hilft auch der Flüchtlingsrat Thüringen e. V. weiter.

    Der Verein Refugee Law Clinic Jena e. V. bietet ehrenamtlich eine kostenfreie Rechtsberatung für Geflüchtete an. Darüber hinaus organisiert der Verein jährlich ein Ausbildungsprogramm für Rechtsberatung und Möglichkeiten, Geflüchtete bei juristischen und administrativen Fragen ehrenamtlich zu unterstützen.

    Wer sich ehrenamtlich für die Begleitung im Asylverfahren engagiert, kann sich ergänzend selbst zum deutschen Asylrecht und zum Umgang mit Behörden informieren. Ein mehrsprachiges Video zum Asylverfahren gibt es beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge für Asylantragstellende.

    Der Ratgeber für Flüchtlingshelfer und –betreuer vom juraforum stellt einige kostenfreie Muster für Anträge zur Verfügung.

    Ehrenamtliche und die begleiteten Personen sollten sich vor einer Antragsstellung immer gut informieren und professionell beraten lassen. Das kann die Aussicht auf Erfolg erhöhen.

  • Gesundheit ist ein sehr persönliches und sensibles Thema. Die Absprache, ob und wieviel Begleitung gewünscht ist, ist hier besonders wichtig. Die Kommunikation mit Ärztinnen und Ärzten, gerade wenn es um die konkrete Beschreibung von gesundheitlichen Problemen geht, fällt ohne oder mit nur wenig deutschen Sprachkenntnissen besonders schwer. Ehrenamtliche Begleitung kann bei Verständigungsproblemen unterstützen, Sicherheit geben und auch eine Mittlerfunktion beim Arztbesuch übernehmen.

    Bei psychologischen Problemen ist professionelle, therapeutische Hilfe besonders wichtig. Folgende Beratungsstellen bieten Hilfe bei Traumatisierungen und anderen Problemen:

    Das Psychosoziale Zentrum für Flüchtlinge bei REFUGIO Thüringen bietet Traumatisierten und Überlebenden von Folter, Krieg und sexualisierter Gewalt Beratung und Psychotherapie. Die Begleitung ist unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Psychosoziale Online-Beratung bietet ipso e-care für Geflüchtete und Menschen mit Migrationserfahrung.

    Informationen zu gesundheitlichen Themen:
    Das Portal „Migration und Gesundheit“  des Bundesministeriums für Gesundheit informiert über das Gesundheitswesen in Deutschland, die Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung sowie zum Thema Sucht und Drogen. Es richtet sich an Migrantinnen und Migranten sowie an haupt- und ehrenamtlich Helfende

    Das handbook Germany informiert in sieben Sprachen über Gesundheitsthemen in Deutschland, zum Beispiel Krankenversicherungen, Pflegebedürftigkeit, Impfungen, Schwangerschaft und die Gesundheitsversorgung für Geflüchtete.

    Auf dem Internetportal zanzu.de finden Migrantinnen und Migranten Informationen zu sensiblen Themen wie Sexualität und Geburt. In 13 Sprachen werden sechs Themenfelder einfach verständlich erklärt: Körperwissen, Schwangerschaft und Geburt, Infektionen, Sexualität, Beziehungen und Gefühle, Rechte und Gesetze.

    Über die medizinische Versorgung von Geflüchteten informiert der Flüchtlingsrat Thüringen e. V. Die Kassenärztliche Vereinigung stellt dazu auch Merkblätter unter anderem für Arztpraxen zur Verfügung.

     

  • Einer der wichtigsten Schritte, um in einem Land Fuß zu fassen, ist das Erlernen der Landessprache. Dafür ist systematischer Sprachunterricht durch geschulte Personen wichtig. Mindestens ebenso wichtig ist es, die Sprache im Alltag anzuwenden. Es braucht Gelegenheiten, die gelernte Theorie im Alltag mit Worten zu füllen.
    Hier ist ehrenamtliche Sprachbegleitung ganz besonders wertvoll. Vielen Lernenden fehlt es an Gelegenheiten, Deutsch zu sprechen.
    Der ungezwungene Austausch in Sprachcafés oder Gesprächskreise kann helfen, die Scheu vor dem Sprechen zu überwinden. Sprachförderung fängt mit der Unterhaltung über Alltagsthemen an, kann aber auch bis zu ehrenamtlichen Sprachkursen reichen.

    Informationen zum Thema Sprache:
    Verschiedene Informationen und Materialien für die ehrenamtliche Sprachbegleitung bietet u. a. die Kindersprachbrücke Jena. Fertige Lerneinheiten zum Ausdrucken und kostenlose Arbeitsblätter gibt es auch beim VHS Ehrenamtsportal. Eine Übersicht von Informationsportalen- und Unterrichtshilfen für ehrenamtliche Sprachbegleitung stellt die Ehrenamtskoordination im Büro der Beauftragten für Integration, Migration und Flüchtlinge zur Verfügung.

     

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