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„Roma in Deutschland – zwischen Romantisierung, Realität und Rassismus“

Informations- und Diskussionsveranstaltung
Mittwoch, 30. Januar 2019

„Schubladen helfen nicht weiter“ ist eines der Fazits der Veranstaltung „Roma in Deutschland - zwischen Romantisierung, Realität und Rassismus“, zu der die Beauftragte am 30. Januar 2019 nach Erfurt einlud.

Seit Jahrhunderten leben Roma in Deutschland. Sie sind in Deutschland ebenso wie deutsche Sinti als Minderheit anerkannt. Oft wahrgenommen als Balkanflüchtlinge handelt es sich bei den neu zugewanderten Roma hauptsächlich um Arbeitsmigrantinnen und -migranten aus EU-Staaten. Roma waren und sind massiv von Vorurteilen und Ausgrenzung betroffen. Doch was wissen wir wirklich? Wie sieht die Realität in Vergangenheit und Gegenwart aus? Welche Wege gibt es, die gesellschaftliche Akzeptanz und Wertschätzung sowie die Partizipationsmöglichkeiten von Romafamilien in Thüringen zu erhöhen?

Referent Christoph Leucht, Projektberater und Rommediatoren-Trainer unter anderem im ROMACT Programm des Europarats, entlarvte und erläuterte auch mit Blick auf die historische Entwicklung Vorurteile und Stereotype, mit denen Roma und Sinti konfrontiert sind. Bei der Frage, was es zu tun gäbe, verwies er auch auf die EU Vorgabe an alle Mitgliedsstaaten, nationale Strategien zur Integration der Roma zu entwickeln und umzusetzen. Hierfür habe die Bundesregierung noch nicht viel vorzuweisen.

Prof. Reinhard Schramm, Vorsitzender der jüdischen Landesgemeinde, betonte beim abschließenden ExpertInnengespräch das verbindende Schicksal: „Unsere Vorfahren sind in den gleichen Gaskammern ermordet worden“ und erklärt sich in seinem Statement mit den Sinti und Roma solidarisch.

Christina Büttner, ezra Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen, Anne Tahirovic, IDZ Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft bestätigten, dass auch aus ihrer Sicht erheblicher Sensibilisierungsbedarf zu dem Thema besteht.

Ergänzt wurde die Veranstaltung durch die Vorstellung des 2017 gegründeten Landesverbandes der Roma, RomnoKher Thüringen e.V. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die gesellschaftliche Teilhabe von Roma und Sinti zu stärken. Vereinsvorsitzender Jens Hellmann und Elvira Böhm-Demir stellten ihr Anliegen und ihre Arbeit vor. Die Internetpräsenz von RomnoKher e.V. ist noch im Aufbau. Solange vermittelt das Büro der BIMF gern den Kontakt zum Vereinsvorsitzenden Jens Hellmann.  

 

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