Zur Hauptnavigation . Zum Seiteninhalt

„Stark gegen Antisemitismus! – Judenfeindlichen Haltungen kompetent begegnen“

Fachtag für Integrationskursleitende sowie Aktive in der Geflüchtetenarbeit
Mittwoch, 10. April 2019, 10:00 – 16:00 Uhr

"Es ist wichtig, eine klare Haltung gegen Antisemitismus zu haben und diese auch nach außen zu tragen." Mit diesen Worten eröffnete die Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge, Mirjam Kruppa, den Fachtag "Stark gegen Antisemitismus - judenfeindlichen Haltungen kompetent begegnen". Rund 70 Integrationskursleitende und Aktive in der Geflüchtetenarbeit kamen der Einladung nach. „Bei der aktuellen Debatte über die zunehmend antisemitischen Entwicklungen in Deutschland stehen derzeit vermehrt Zugewanderte aus dem Nahen Osten im Fokus. Unterstützung für einen differenzierten und kompetenten Umgang mit antisemitischen Äußerungen in Integration- und Orientierungskursen und in der sozialpädagogischen Begleitung zu geben, war Ziel dieses Fachtags“, erklärt Kruppa den Hintergrund der Veranstaltung.

"Antisemitismus ist tatsächlich ein gesamtgesellschaftliches Problem und kein Problem der Juden", betonte Prof. Dr. Reinhard Schramm, Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde in Thüringen, in seinem Eingangsstatement. "Hier muss die Gesellschaft etwas tun, damit sie nicht Schaden nimmt", appelliert Schramm nachdrücklich. Damit Integration gelingt, müsse insbesondere in Bildung investiert werden.

Hier setzte die Referentin Hannah Wettig an und vermittelte Hintergrundwissen zur Prägung und Erziehung Zugewanderter aus den Ländern des Nahen Ostens. Dabei erklärte sie die Bedeutung und den Einfluss von Verschwörungstheorien, die insbesondere in diktatorischen Gesellschaften auf fruchtbaren Boden fallen. Vor diesem Hintergrund seien eine Vielzahl antisemitischer Äußerungen von Zugewanderten aus dem Nahen Osten zu verstehen und im Austausch auch zu entkräften. Begegnungsangebote, wie die gemeinsamen Besuche muslimischer und jüdischer junger Menschen in Auschwitz, die das Erfurter „Wir sind Paten“ Büro (Thaer Issa) organisiert, würden dazu gute Anstöße schaffen. Der Rabbiner der jüdischen Landesgemeinde, Alexander Nachama, unterstrich die Sinnhaftigkeit solcher Begegnungsangebote und betonte, dass auch seine Gemeinde beispielsweise für Besuche von Schulklassen offen stehe.

„Wünschenswert ist, die Unterrichtenden in Integrations- und Orientierungskursen für das Thema besser zu wappnen“, forderte Eike Küstner, Dozentin in Integrationskursen. Die Unterrichtenden seien in erster Linie für den Sprachunterricht qualifiziert. Das straffe Programm mache es schwierig, in sinnvoller Art und Weise auf ein so wichtiges Thema einzugehen. Hilfreich wäre unter anderem besser aufbereitetes Lehrmaterial.

Prof. Dr Benjamin-Immanuel Hoff, Chef der Thüringer Staatskanzlei und Thüringer Minister für Kultur-, Bundes und Europaangelegenheiten, betonte, dass jüdisches Leben nicht nur in der Vergangenheit sondern auch heute zum Thüringer Alltag dazugehöre. Als „Beauftragter für jüdisches Leben in Thüringen und die Bekämpfung des Antisemitismus“ begrüßte er den Fachtag ausdrücklich.

 

Der Freistaat Thüringen in den sozialen Netzwerken: