Seitenbeginn . Zur Hauptnavigation . Zum Seiteninhalt

Wirksame Hilfe und Schutz vor Genitalverstümmlung von Frauen und Mädchen in Thüringen

MI 8/2022
Erstellt von Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge

„Frauen, deren Genitalien im Kindes- oder Jugendalter verstümmelt wurden, leiden ein Leben lang darunter. Auch in Thüringen leben Betroffene – und Mädchen, die von der Misshandlung bedroht sind,“ berichtet Mirjam Kruppa, Thüringer Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge. Der Verein SAIDA International e. V. organisiert daher gemeinsam mit der Beauftragten und der Gleichstellungsbeauftragten der Universität Erfurt im Rahmen des Bundesinnovationsprogramms „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ einen Fachtag, der sich dieser unerträglichen Form geschlechtsspezifischer Gewalt widmet.

Weibliche Genitalverstümmelung ist eine verbreitete, tradierte Gewaltform, die nach Schätzung der Vereinten Nationen derzeit mindestens 200 Millionen Mädchen und Frauen weltweit erlitten haben. Die Liste deren körperlichen und psychischen Folgen ist lang, nicht selten sterben Betroffene daran. Die Praktik und die einhergehende Benachteiligung von Frauen wirken sich verhängnisvoll auf die wirtschaftliche Entwicklung vieler Länder aus.

Warum überdauert die Praktik der weiblichen Genitalverstümmelung in zahlreichen Ländern, von der afrikanischen Westküste bis Indonesien, obwohl sie in vielen der betroffenen Länder per Gesetz verboten ist? Was hat dies mit der Kontrolle des weiblichen Körpers und der Sexualität der Frau zu tun? Wie stark sind Migrantinnen in Thüringen betroffenen und wie kann ihnen geholfen werden? Am 14. September 2022 wird anlässlich einer Fachveranstaltung in Erfurt diesen Fragen nachgegangen.

„Fundiertes Wissen über die Praktik und deren Folgen erleichtert die Arbeit aller Fachkräfte“, betont Simone Schwarz, Geschäftsführerin des Vereins SAIDA International, der 2018 die erste Beratungsstelle bei Genitalverstümmelung in Mitteldeutschland initiierte. Der Verein mit Sitz in Leipzig baut dabei auf die Erfahrung von über 10 Jahren Projektarbeit in Burkina Faso auf. In der SAIDA Beratungsstelle erhalten betroffene Frauen und Mädchen soziale Beratung und Hilfen. Das 2019 gegründete SAIDA Kompetenzzentrum am Klinikum St. Georg Leipzig bietet darüber hinaus adäquate medizinische Versorgung. Seit 2021 hat SAIDA seine Arbeit zudem durch ein Modellvorhaben erweitert, gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Neben der Beratung von Betroffenen sensibilisiert und informiert der Verein seither Fachkräfte und die Öffentlichkeit in Sachsen-Anhalt und Thüringen über Hintergründe und Verbreitung der Praktik sowie notwendige Maßnahmen, um betroffenen Frauen und gefährdeten Mädchen angemessen zu helfen.

Dazu dient auch der Fachtag am 14. September 2022 an der Universität Erfurt. Es kommen Referierende des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, der Polizeivertrauensstelle in Erfurt und Hebammen zu Wort, und nicht zuletzt auch Betroffene selbst. Eröffnet wird der Fachtag von Mirjam Kruppa, Thüringer Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge. Lisa Paus, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird per Video einleitende Worte sprechen.

Medienanfragen bitte an:    Marie-Pierre Liebenberg: Telefon 0176 44 40 80 73; marie-pierre.liebenberg@saida.de

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

Eine Veranstaltung von SAIDA International e.V. im Rahmen des Bundesinnovations-programms „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“, in Zusammenarbeit mit der Beauftragten für Integration, Migration und Flüchtlinge des Freistaates Thüringen und der Gleichstellungs-beauftragten der Universität Erfurt.

Ein Bild, das Text, Visitenkarte enthält. Automatisch generierte Beschreibung                             

 

Ein Bild, das Text enthält. Automatisch generierte BeschreibungEin Bild, das Text enthält. Automatisch generierte Beschreibung

 

Der Freistaat Thüringen in den sozialen Netzwerken: