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Kruppa: Thüringen braucht Fachberatungsstelle für Opfer von Menschenhandel

32/2020
Erstellt von Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge

„Auch in Thüringen werden Menschen durch Täuschung, Zwang oder Drohung ausgebeutet"

Zwei greifende Hände_Quelle Pixabay Mohamed Hassan

„Auch in Thüringen werden Menschen durch Täuschung, Zwang oder Drohung ausgebeutet. Doch die Arbeit der damit befassten Stellen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft, Gesundheitswesen, Behörden sowie diverse Beratungseinrichtungen bedarf einer besseren Koordinierung“, kritisiert die Thüringer Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge, Mirjam Kruppa, anlässlich des Europäischen Tags gegen Menschenhandel am 18. Oktober. Damit hinke der Freistaat allen anderen Bundesländern hinterher. „Wir brauchen auch in Thüringen eine Fachberatung, die über die unterschiedlichen Formen und Facetten von Menschenhandel informiert, die zuständigen Behörden vernetzt und Betroffene auffängt“, fordert Kruppa. Vom Menschenhandel seien nicht nur, aber überwiegend und zunehmend Zugewanderte betroffen.

Menschenhandel nutze die Abhängigkeiten und Schwächen Einzelner aus. „Dadurch ist die Dunkelziffer extrem hoch“, erläutert die Beauftragte. „Auf Kosten der Freiheit und der Rechte anderer wird Gewinn gemacht“, bringt es Kruppa auf den Punkt. Dies geschehe in Form von sexueller Ausbeutung, Zwang zu Bettelei und Straftaten, aber auch durch Ausbeutung in beispielsweise den Branchen des Baugewerbes und der Gastronomie sowie im Pflegebereich in Privathaushalten. „Hier muss unbedingt noch genauer hingeschaut und intensiver zusammengearbeitet werden. Genau das leisten die Fachberatungsstellen, die es in jedem Bundesland – außer in Thüringen – gibt“, so Kruppa.

Der EU-Tag gegen Menschenhandel findet seit 2007 jedes Jahr am 18. Oktober statt. Im Jahr 2011 verabschiedeten das Europäische Parlament und der Europäische Rat eine EU Richtlinie gegen Menschenhandel, die verschiedene Punkte wie Prävention, Unterstützung der Opfer und Strafverfolgung der Täterinnen und Täter beinhaltet und 2016 in deutsches Recht umgesetzt wurde.

Laut einer Befragung von Opferberatungsstellen des bundesweiten Koordinierungskreises gegen Menschenhandel e. V. ist die Zahl von Geflüchteten unter den Betroffenen von Menschenhandel seit 2015 gestiegen.

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