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Kruppa in Gedenken an das Attentat von Hanau: Wir brauchen mehr Zivilcourage gegen Rassismus

3/2021
Erstellt von Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge

„Der rassistische Hass, der den Attentäter von Hanau antrieb, ist leider nicht Vergangenheit“

Mirjam Kruppa mit einem Zettel der die Namen der Opfer zeigt

„Der rassistische Hass, der den Attentäter von Hanau antrieb, ist leider nicht Vergangenheit“, mahnt die Thüringer Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge Mirjam Kruppa in Gedenken an die Ermordung von neun jungen Menschen vor einem Jahr. „Diskriminierung, Ausgrenzung und Anfeindung von Menschen, die `anders´ aussehen, reden oder leben, geschehen nach wie vor überall in Deutschland – jeden Tag - auch in Thüringen. Die Tat legt jeder und jedem einzelnen die Pflicht auf, immer wieder die Werte unserer Demokratie zu verteidigen“, so die Beauftragte. „Unsere Gesellschaft lebt von Vielfalt“, betont Kruppa und erklärt: „Das Grundgesetz hat dem Schutz der Würde aller Menschen – unabhängig von Herkunft, Weltanschauung oder Hautfarbe – den ersten Rang eingeräumt. Wer diese Vielfalt in Frage stellt, greift die ganze Gesellschaft an.“  

„Menschen mit Zuwanderungsgeschichten wie Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin, sind die Leidtragenden, wenn diese Grundlagen unserer Gesellschaft in Frage gestellt und missachtet werden“, erinnert Kruppa an die Ermordeten. Nicht allen kosten rassistische Anfeindungen das Leben – aber sehr viele belastet und verletzt es, weiß Kruppa aus ihrer täglichen Arbeit. „Die Berichte von Menschen, die angespuckt, beschimpft, belächelt, deren Kinder ausgegrenzt, benachteiligt, beleidigt werden, verdeutlichen mir das jeden Tag.“ Hier brauche es noch viel mehr Menschen mit Zivilcourage, die sich im Alltag mit den Angegriffenen solidarisieren und an ihre Seite stellen.

Die Beauftragte nimmt am Jahrestag des Attentats, dem 19. Februar ab 21.30 Uhr an der Online-Gedenkveranstaltung „Wir sagen ihre Namen“ teil, zu der der Dachverband der Migrantenorganisationen in Ostdeutschland (DaMOST) gemeinsam mit dem Landesnetzwerk Migrantenorganisationen in Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V. einlädt. Von 21:58 Uhr bis 22:10 Uhr sprechen die Teilnehmenden die Namen der Ermordeten aus. Genau in diesen zwölf Minuten wurden die neun Menschen vor einem Jahr erschossen.  

Zur Teilnahme an dieser Gedenkveranstaltung ist die persönliche Anmeldung unter
veranstaltung@lamsa.de oder info@damost.de erbeten.

Foto: BIMF/Flaig

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