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Roswora fordert Öffnung der Integrationskurse für afghanische Asylsuchende

17/2021
Erstellt von Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge

„Alle afghanischen Geflüchteten müssen zeitnah Zugang zu Integrationskursen erhalten,“ fordert die geschäftsführende Thüringer Integrationsbeauftragte, Annett Roswora.

Gruppenfoto von der Herbstkonferenz der Integrationsbeauftragten der Länder
Gruppenfoto der Herbstkonferenz der Integrationsbeauftragten der Länder mit der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Frau Staatsministerin Annette Widmann-Mauz | Foto: Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung

„Alle afghanischen Geflüchteten müssen zeitnah Zugang zu Integrationskursen erhalten,“ fordert die geschäftsführende Thüringer Integrationsbeauftragte, Annett Roswora. Sie kritisiert, dass das zuständige Bundesinnenministerium grundsätzlich keine Integrationsangebote für Asylsuchende aus Afghanistan bereitstellt. Damit ist ihnen der unmittelbare Zugang zu bundesgeförderten Deutschkursen verwehrt. „Fakt ist, dass eine Rückführung afghanischer Geflüchteter aktuell weder gerechtfertigt noch praktisch möglich ist“, verweist die Beauftragte auf die aktuelle Lage. „Aus eben diesem Grund hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales – im Gegensatz zum Bundesinnenministerium – seine bundesweiten beruflichen Deutschförderangebote für afghanische Geflüchtete grundsätzlich geöffnet“.

Auf der diesjährigen Herbstkonferenz der Integrations- und Ausländerbeauftragten der Länder am 15. und 16. November herrschte Einigkeit darüber, dass die Gewährleistung von Verständigung entscheidend für gesellschaftliche Teilhabe sei. Unabhängig von der sogenannten Bleibeperspektive müsse allen Zugewanderten so schnell wie möglich der Zugang zu Deutschkursen eröffnet werden. Darüber hinaus brauche es insbesondere in der Verwaltung, Sozialberatung und bei der medizinischen Versorgung Sprachmittlung für Menschen, die noch nicht ausreichend auf Deutsch kommunizieren können.

„An dieser Stelle schauen einige Länderkolleginnen und -kollegen anerkennend nach Thüringen“, berichtet Roswora. „Wir haben insbesondere mit den Landesprogrammen Dolmetschen und Start Deutsch Strukturen geschaffen, die den Bedarfen entsprechen und die Lücken des Bundes schließen. In Thüringen können Geflüchtete, die keinen Zugang zu den Integrationskursen des Bundes haben, an den landesgeförderten Deutschkursen teilnehmen, sobald sie in den Kommunen ankommen. Viele der afghanischen Geflüchteten nutzen diese Chance“, so die Beauftragte.

Annett Roswora ist überzeugt, dass es sich auszahlt, Zugewanderten so schnell wie möglich Integrationsangebote zu machen und verweist auf den hohen und steigenden Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte auf dem Arbeitsmarkt. „In Thüringen liegt der Anteil von Zugewanderten auf dem Arbeitsmarkt mit 6,2 Prozent mittlerweile sogar über ihrem Bevölkerungsanteil von 5,5 Prozent“, so die Beauftragte. „Zuwanderung schafft Zukunft und die Investition in Integration zahlt sich aus.“

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