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Roswora fordert zum Weltflüchtlingstag: Geflüchtete Familien gehören zusammen

12/2021
Erstellt von Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge

„Dass Eltern sich zwischen ihren minderjährigen, nach Deutschland geflüchteten Kindern und den Geschwisterkindern im Herkunftsland entscheiden müssen, ist mit dem Schutz der Familie nicht vereinbar und eine unsägliche Bürde für die Betroffenen“

„Dass Eltern sich zwischen ihren minderjährigen, nach Deutschland geflüchteten Kindern und den Geschwisterkindern im Herkunftsland entscheiden müssen, ist mit dem Schutz der Familie nicht vereinbar und eine unsägliche Bürde für die Betroffenen“, beklagt Annett Roswora, geschäftsführende Thüringer Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge. Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni teilt das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit, dass im vergangenen Jahr knapp 82,4 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht waren. Über die Hälfte davon sind den Angaben zufolge Kinder und Jugendliche. „Die Familie ist die kleinste, aber wichtigste Einheit, die diesen Menschen Halt und Heimat gibt. Sie in ihrer Situation zu schützen, ist oberstes Gebot“, mahnt Roswora und fordert, hierfür in Deutschland Rechtssicherheit zu schaffen.

Roswora begrüßt daher den entsprechenden Gesetzesentwurf von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN, der im Rahmen des Familiennachzugs zu geflüchteten Minderjährigen die Einheit der Familie gewährleistet und zu dem am Montag, 21. Juni, im Bundestag die öffentliche Sachverständigenanhörung stattfindet.

Nach bisheriger Rechtslage wird der Familiennachzug hier lebender unbegleiteter Minderjähriger in der Regel lediglich für deren Eltern gewährt. Die im Ausland lebenden minderjährigen Geschwister dürfen nur miteinreisen, wenn das bereits hier lebenden Kind für sie ausreichend Wohnraum und Lebensunterhalt bereitstellen kann. In der Folge werden immer wieder Eltern vor die Wahl gestellt, entweder ihr nach Deutschland geflüchtetes Kind hier allein zu lassen oder die im Heimat- oder anderem Ausland lebenden minderjährigen Kinder zu verlassen. „Eine solche Entscheidung darf keinem Elternteil aufgebürdet werden“, mahnt Roswora an. Auch in Thüringen ist sie immer wieder mit solchen Fällen konfrontiert.

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